Das Glück, mit einem Tier leben zu dürfen

von Prof. Hademar Bankhofer

Jeder, der einmal von einem Tier Abschied nehmen musste, weil es alt und krank war oder weil es auf der Straße oder durch Tierhasser ums Leben gekommen ist, der weiß wie leer und seelenlos eine Wohnung ohne den geliebten Gefährten aus der Fauna sein kann.  Das ist ja auch die Erklärung dafür, dass man immer wieder ein neues Tier zu sich nimmt, um das andere ohne tiefe Trauer in Erinnerung behalten und um  wieder neue  seelische Freude spüren zu können.

Die meisten von Ihnen, liebe Leser, kennen mich aus dem Fernsehen und Radio, vielleicht auch von meinen Zeitungsberichten und Ratgeber-Büchern. Da vermittle ich Ihnen immer Themen und Tipps für die Gesundheit, sowohl für die Prävention als auch für die Behandlung von Beschwerden mit natürlichen Kräften.

Lassen Sie  mich daher bitte auch das Thema "Mensch und Tier" aus  der Warte des gesunden Lebens betrachten.

Ein Haustier oder ein Tier, mit dem man sich intensiv beschäftigt,  ist eine Naturarznei von ganz besonderer Qualität:

Man weiß aus zahllosen wissenschaftlichen Studien, dass Menschen, die ein Haustier haben, ein weit aus geringeres Risiko haben, einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall zu bekommen.

Man weiß aber auch, dass Tierfreude, die voll Freude mit ihrem Liebling durchs Leben gehen, ein weit aus stärkeres Immunsystem als jene Menschen haben, die allein leben und kein Tier besitzen.

Frauen und Männer sind nach einem Herzinfarkt weit weniger gefährdet, einen neuen zu bekommen, wenn sie mit einem Tier leben. Das ergibt sich speziell beim Hund allein schon aus der Tatsache, dass man mehr Bewegung macht und täglich ein bis zwei Mal aus der Wohnung gehen muss.

Es gibt Berichte von Ärzten und Psychologen sowie Neurologen, die nachweisen: Ältere Menschen, die täglich für ein geliebtes Tier sorgen müssen, sind geistig überaus fit und bleiben das auch bis ins hohe Alter. Die Erklärung: Sie tragen die Verantwortung für ein Lebewesen, müssen als Futter, an Impfungen und an vieles andere mehr denken.

Einsame ältere Menschen verlernen nicht die Kommunikation, wenn sie mit einem Tier leben. Sie sprechen meist mit dem Tier. Das hilft, dass man nicht in soziale Isolation verfällt. Außerdem haben Tierfreunde, die einander begegnen, immer einen wunderbaren Gesprächsstoff.  Jeder erzählt von seinem Liebling.

Wir wissen, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, viel mehr das Leben allgemein schätzen und achten lernen. Kinder, die ein Tier um sich haben, sind fröhlicher, unkomplizierter, haben mehr Energie.

Aber auch Menschen, die selbst kein Tier besitzen, profitieren von der heilenden Kraft des Mensch-Tier-Kontaktes. Kranke Frauen und Männer in Kliniken und Pflegeheimen leben förmlich auf, können wieder lachen und sind schneller gesund, wenn sie ein Tier streicheln dürfen. Es gibt daher oft in Krankenhäusern und Heimen Stunden, in denen die Patienten mit Tieren beisammensein können.

Aber auch in Altenheimen hat es sich gezeigt, dass gesunde Menschen fröhlicher und gesünder sind, wenn sie regelmäßig Tiere sehen und streicheln dürfen. Manche Heime haben ein Tier im Haus: Hunde, Katzen, Vögel, Hamster. Und all diese Tiere sind die Lieblinge der Heimbewohner.

Nobelpreisträger Prof. Dr.Konrad Lorenz, den ich noch persönlich gekannt habe,  hat einmal zu mir gesagt: " Ein Tier im Haus oder Garten ist wertvoller als alle Medikamente der Welt. Denn es trägt enorm viel für unsere seelische und körperliche Gesundheit bei!"

Ich kann das nur voll und ganz bestätigen. Ich habe,  seit ich lebe, immer Tiere um mich. Und ich könnte es mir auch nicht anders vorstellen. Die Nähe meines Tieres gibt mir Kraft, bringt mir Entspannung. Wenn ich meine beiden Kater "Timmi" und "Tommi" streichle, wenn ich von meinen vier Ziegen "Sani", "Stefanie", "Sophie" und "Marie" und meinem Schaf "Mausi" umringt werde und sie der Reihe nach umarme und spüre, wie sie ihren Kopf an mir reiben, dann baue ich allen Stress der Welt ab,  sammle neue Energie. Und ich spüre es, was sicher auch Sie spüren: Wer mit einem geliebten Tier seine Freizeit teilen darf, der produziert massenweise Glückshormone im Gehirn. Und das bedeutet: Glücklich- und zufriedensein, positiv denken, die natürlichen Abwehrkräfte stärken, gesund bleiben oder schnell wieder gesund werden...!"