Reisen mit oder ohne Hund?

Mit Susi und Strolchi auf großer Fahrt...  

Hundeexpertin Edith Kirchberger und Mag. Karoline Hagmüller geben Tipps für die richtige Zusammenstellung der Reiseapotheke, die Wahl des Urlaubsortes sowie für den optimalen Transport.

Sommer, Sonne, Strand und Meer: Die Urlaubsträume der Menschen stimmen oft nicht mit den Wünschen ihrer "vierbeinigen Lieblinge" überein.  Wer trotzdem seinen Hund mitnehmen möchte, sollte ein paar Grundregeln beachten z.B. die richtige Zusammenstellung der Reiseapotheke und die Wahl des Urlaubsortes ist  auch der optimale Transport nicht unwesentlich. Im Gegensatz zu Hunden ist es für die meisten Katzen eine Qual, die gewohnte Umgebung verlassen zu müssen!

Pkw, Flugzeug oder Bahn? Für Hunde ist Reisen grundsätzlich aufregend! Bei Kurztrips oder Städtereisen empfiehlt es sich daher, den „vierbeinigen Liebling“ in einer Tierpension oder bei Bekannten unter zu bringen. Wenn der Hund die Wahl hätte, so wäre er am liebsten bei uns und nehme dafür gerne Strapazen in Kauf! Wenn Frau- und Herrchen längere Zeit Urlaub machen wollen, ist eine Autofahrt am bequemsten. Allerdings gilt es hier einige Grundregeln zu beachten:


Mag. Karoline Hagmüller
von der Tierklinik Wels


Sollte es ins Ausland gehen, so hat jedes Land seine eigenen Reisebestimmungen. Auskünfte hierüber erhalten sie bei ihrem zuständigen Veterinäramt. Zu ihrem Hund gehört der Impfpass und am Halsband ein kleines Täschchen mit ihrer Anschrift!
Der Hund gehört weder auf die Hutablage noch auf den Vordersitz!

Bei einem Unfall wird der Hund zum Elefanten! Sicherheitsgurt, Schutzdecke, Laderaumgitter oder Transportbox geben allen Beteiligten die nötige Sicherheit. Egal, wie auch immer die Entscheidung fallen mag - wichtig ist der richtige Umgang mit dem Hund im Auto. Mit einem vollem Bauch reist man schlecht, besonders bei Langstrecken -  das gilt selbstverständlich auch für den Hund.
Daher: Vor der Fahrt das Tier nicht füttern! „Alle zwei Stunden sollte eine Pause eingelegt werden, um dem Hund aber auch Ihnen einen Auslauf zu gönnen.
Wasser sollte ihm angeboten werden. Ratsam ist ein Kanister mit zehn Liter Wasser, der generell im Auto stehen sollte. Sie könnten bei starker Hitze in einen Stau geraten! In Notfällen, etwa bei Hitzeschlag, können Sie Ihren Hund mit kaltem Wasser Kühlung verschaffen.
„Gute Luft im Auto“ tut immer gut aber Zugluft durchs offene Fenster kann zur Bindehautentzündung führen.
Bei Flügen mit einer Dauer über fünf Stunden wird es schwieriger. Hunger plagt den Hund nicht, aber die Blase schon...  Regel Nr. 1: den Hund vorher nicht füttern.
Zugfahrten sollten nicht länger als sechs Stunden dauern. Danach eine Zwischenstation aufsuchen, um den Hund die Möglichkeit zu geben sich zu lösen und einen nötigen Auslauf anzubieten. Vor Antritt der Reise empfehle ich einen ausgedehnten Spaziergang!
Urlaub, vor allem in südlichen Ländern, bringt erhöhte Infektionsrisiken wie Hautparasiten und Zecken.
Hundefreundliche Reiseländer sind: Österreich, Deutschland, Frankreich und Tschechien.
Weniger gern gesehen sind die Vierbeiner in Ungarn – hier wird ihnen in Lokalen und Geschäften oft der Zutritt verwehrt – ebenso in Griechenland.

Vorsicht ist geboten beim Kauf von Welpen auf ungarischen, polnischen oder tschechischen Märkten. Die Verkäufer setzen oft auf die Mitleidsmasche.
Wenn ein Welpe verkauft ist wird der nächste produziert. Der Urlauber unterstützt in dieser Hinsicht die Massenzüchtung. Der günstige Preis ist nur ein scheinbarer Vorteil. Die Gefahr der Krankheiten, die hohen Tierarztrechnungen, der schlecht sozialisierte Welpe und der Ärger stehen in keinem Verhältnis zum ersparten Geld!

In die Reiseapotheke gehören auf jeden Fall: Fieberthermometer, Durchfallpräparat, Verbandszeug, Desinfektionsmittel, Wundsalbe, Ungezieferspray, Elektrolyte und Traubenzucker. Katzen können die schönsten Reiseziele nicht locken. Die optimale Lösung ist zu Hause eine Betreuungsperson zu finden.