Heidelinde Weis aus Kärnten über ihr erstes unerfreuliches Erlebnis mit
Tieren
STECKBRIEF
Geboren:
17. September 1940 Sternzeichen: Jungfrau Kinder: nein Erlernter Beruf: Schauspielerin Schauspielerin seit: 1958 Traumurlaub: zu Hause Auto: Saab Lieblingsschriftsteller: Hesse, Lavant, Grass, Wilber Lieblingsmusik: R.Strauß, Beethoven, Mozart, Mahler Lieblingsschauspieler: Alle die keinen "Job" machen Lieblingsfarbe: weiß, schwarz, blau Tick: Der Cognac am Abend Größte Schwäche: Haare waschen Größte Liebe: Herbst und Sommer und "Emma" Laster: rauchen, essen, trinken Welche drei Dinge würden Sie sich auf die Insel mitnehmen?
Das Wesen des Buddhismus (Buch), ein Kissen und "Emma" Lebensphilosophie: Im Loslassen wachsen die
Flügel zur Freiheit Gibt es ein Tier, das sie nicht mögen? Große Spinne im Bett Liebstes Tier? Hund, Elefant
Interview
Kirchberger:
Seit wann sind sie in der Film - Branche?
Heidelinde Weis:
1958 habe ich meinen ersten Film ge-macht
Kirchberger:
Was war Ihr letzter Film?
Heidelinde Weis:
Allerheiligen wurden wir mit den Drehaufnahmen "Lotti auf der Flucht"
fertig. Das war für den ORF und ARD.
Kirchberger:
Was war Ihre erste Erinn-rung mit Tieren?
Heidelinde Weis:
Das war gar keine Gute. Meine Groß-mutter hatte Hühner, ich war erst 4 Jahre
alt, trotzdem erinnere ich mich an die Schlachtung der Hühner. Sie liefen
ohne Kopf im Hof herum. Die Erinnerung an diese Zeit löste bei mir eine
Aversion auf Hühner aus. In der Zwischenzeit hat sich das bei mir
normalisiert.
Kirchberger:
Haben Tiere in Ihrem Leben eine Rolle gespielt?
Heidelinde Weis:
Absolut, ich liebe Tiere. Ich habe hier in meinem Haus Siebenschläfer, die
haben sich bei mir eingenistet. Hunde habe ich schon immer gehabt. Jetzt
begleitet mich meine Hündin "Emma" durchs Leben.
Kirchberger:
Wer ist "Emma"?
Heidelinde Weis:
Sie ist eine Kreuzung von einer Setterhündin mit einem Berner Sennenhund.
"Emma" ist jetzt 3 Jahre.
Kirchberger:
Haben sie mit "Emma" gearbeitet?
Heidelinde Weis:
Ich war mit ihr in der Hundeschule in München und auch in Kärnten. Sie ist
zwar gut erzogen aber manchmal eigensinnig. Sie hat einen ausgeprägten
Jagd-sinn, besonders auf Maulwürfe.
Kirchberger:
Wie lassen sich Karriere und Hund vereinbaren?
Heidelinde Weis:
Als mein Mann noch lebte konnten wir uns gut arrangieren.
Jetzt
ist es natürlich schwierig. Man tut sich manchmal was an, wo man gar nicht
lange überlegt. Eigentlich wollte ich jetzt einen Kleinen, den man überall
mitnehmen kann. "Emma" ist von einem Bauern der den siebten eines Wurfes
töten wollte. Ich konnte das nicht zulassen, so kam ich wieder zu einem
großen Hund. Ich hatte "Emma" sogar auf Theatertourneen mit, sie benahm sich
vorzüglich.
Allerdings wenn ich drehe, muss sie mit einem Hundesitter zu Hause bleiben.
Sie ist trotz aller Umstände ein Traum und ich möchte sie nicht mehr missen.
Kirchberger:
Könnten Sie sich vorstellen ein Tier aus einem Tierheim zu nehmen?
Heidelinde Weis:
Ja, der Hund den ich vorher hatte, ist selbstverständlich mir zugelaufen.
Kirchberger:
Denken Sie, dass Men-schen etwas versäumen, wenn sie niemals mit Tieren
zusammenleben?
Heidelinde Weis:
Es ist eine Bereicherung in jeder Hinsicht. Ich glaube schon, dass man sehr
viel versäumt, wenn man ohne Tiere lebt. Überhaupt finde ich, dass es für
Kinder besonders gut ist. Sie sehen was Liebe ist und lernen Verantwortung
zu tragen.
Kirchberger:
Glauben Sie, dass das Zeitalter die Hunde verdrängt?
Heidelinde Weis:
Aus der Stadt vielleicht. Da wird es immer schwieriger. Wenn man so quer
durch Deutschland reist, merke ich schon, dass die Taxifahrer z.B. keinen
Hund mitnehmen wollen. Aber auch die Hotels abgeneigt sind.
Kirchberger:
Unterstützen Sie irgendwelche Tierschutzorganisationen?
Heidelinde Weis:
Ach ja, eine Menge, dass ich schon gar nicht mehr weiß welche. In
Deutschland und in Österreich. Ich sehe das immer nur an den Rechungen.
Kirchberger:
Tragen Sie echten Pelz? Und wie reagieren Sie auf andere?
Heidelinde Weis:
Nein. Ich würde mir auch keinen Pelz kaufen. Aber jeder muss das selbst
verantworten und ich reagiere überhaupt nicht auf Pelzträgerinnen. Ich bin
keine Erzieherin.
Kirchberger:
Was halten Sie von Tieren in Altenheimen?
Heidelinde Weis:
Ich finde, dass Tiere für alte, kranke und behinderte Menschen ein ganz
wichtiger Bestandteil sind. Man kann zugucken wie sie einen anderen
Gesichtsausdruck be-kommen, wenn sie die Tiere streicheln. Durch die
Zuwendung werden die Men-schen abgelenkt von den eigenen Sorgen.
Kirchberger:
Was halten sie allgemein von den Hundehaltegesetzen?
Heidelinde Weis:
Ich glaube, dass die Hundehaltegesetze von den Schreibtischtätern nicht
wirklich gut durchdacht sind. Schreibtischtäter gibt es in vielen Berufen,
sie machen etwas und wissen nicht was sie wirklich tun.
Ich
finde es übertrieben wenn Hunde nur mit Maulkorb und Leine gehen dürfen.
Die
Hunde mögen das überhaupt nicht.
Positiv
finde ich das weggeben des Hundekotes. Man kann sehr gut und ohne Probleme
mit Hunden leben, wenn man ein gegenseitiges Verständnis hat. Leider wird es
immer verantwortungslose Hundehalter geben.
Kirchberger:
Haben Sie für die Leser noch etwas was sie vermitteln wollen?
Heidelinde Weis:
Mir ist es wichtig, wenn ich den "pro Hund" Lesern vermitteln konnte, dass
Hunde eine Bereicherung sind, wenn man mit ihnen verantwortungsbewusst
um-geht. Ohne Tiere ist das Leben halb so schön!!!
Bemerkung
zur "pro Hund" Zeitung:
Gratuliere zur Zeitung "pro Hund".
Sie ist
sehr informativ und man spürt die Liebe mit der sie gemacht ist.